17.7°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 1. August 2021 · 00:49 Uhr
 
 
 

ONLINE-Bildungskonferenz 2021

»Übergangsphasen beleuchten analog + digital«

Screenshot Online-Bildungskonferenz (von li) neuer Bildungsmanager Dardan Kolic, Integrationsbeauftragte Aferdita Pfeifer, Stabstellenleitung Martina Tschirge und Landrat Stefan Löwl. (Foto: LA Dachau)

»Übergangsphasen beleuchten analog + digital« – unter dieser Überschrift trafen sich Anfang Mai knapp 90 Bildungsakteure zur zweiten Online-Bildungskonferenz. Die diesjährige Bildungskonferenz wurde maßgeblich von Fachkräften aus dem KiTa- und Schulbereich sowie weiteren Bildungsakteuren gestaltet. Durchgeführt wurde sie von dem Team der Stabstelle Ehrenamt, Bildung und Integration (EBI) des Landratsamtes Dachau: Martina Tschirge, Aferdita Pfeifer und Dardan Kolic. Die Veranstaltung widmete sich den Übergangsphasen zwischen KiTa, Grundschule, weiterführender Schule sowie der Übergangs- und Orientierungsphase Schule-Beruf.

Die Einschulung, der Übertritt in eine weiterführende Schule oder der Start in den Beruf sind in der Regel Veränderungen, die mit Vorfreude verbunden sind. In der Pandemie überwiegen jedoch häufig die sich ständig ändernden Herausforderungen, für die es analoge und digitale Lösungen braucht. Zusammen mit den Teilnehmenden wurde eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Unterstützung im Unterricht und Alltag aufgezeigt und über notwendige Fach- und Medienkompetenz sowie Lösungsansätze diskutiert. Hierzu beleuchteten Expertinnen und Experten aus den Fachbereichen die Ist-Situation, um dann gemeinsam, in drei parallel laufenden Online-Workshops (Themenräume), an Lösungen zu arbeiten.

Die Teilnehmenden hatten eine Stunde Zeit unterschiedliche Vorträge zu hören und in den Austausch zu gehen. Die größte Teilnehmerdichte wurde im Themenraum 1 »Übergänge KiTa-Grundschule« verzeichnet. Seit vielen Jahren haben sich zahlreiche, analoge Methoden bewährt, mit denen den Kindern ihre Ängste vor dem Neuen genommen werden können. Pandemie bedingt waren jedoch beispielsweise die gegenseitigen Besuche und ein erstes persönliches Kennenlernen nicht mehr möglich. Der erste Lockdown zeigte schnell wie bedeutend einrichtungsübergreifende Kooperationen sind. Die Referentinnen (Ute Fink, Kooperationsbeauftragte der Grundschule Dachau Süd, Carolin Hausner, Konrektorin der Grundschule Dachau-Ost und Katrin Herrmann, Expertin für Digitales aus der Grundschule Schwabhausen) sowie weitere Akteure aus Verwaltung und Politik setzten Impulse und informierten über pädagogisch sinnvolle und für Kinder attraktive, digitale Angebote. Eines dieser Angebote ist das »Padlet«: eine digitale Pinnwand auf der mehrere Benutzer gleichzeitig arbeiten können. Dieses praktische digitale Tool kam auch auf der Bildungskonferenz zur Ergebnissicherung zum Einsatz.

Im Themenraum 2 »Übergänge Grundschulen-weiterführende Schulen« trafen die Gäste auf die Leiterin der Dr.- Josef-Schwalber-Realschule Dachau, Tanja Huber, den Leiter des Medienzentrums Dachau, Tobias Frischholz, sowie den Mitarbeiter der Kreisschulverwaltung/ÖPNV Michél Wenning. Sie machten deutlich, wie wichtig es ist, analoge und digitale Methoden kontinuierlich abzugleichen, die Anforderungen an Medienkompetenzen im Blick zu behalten und stellten heraus, welche Vorteile in einem gemeinsam erarbeiteten und vereinheitlichten Medienkonzept liegen. Dazu berichteten sie von interessanten Ergebnissen aus dem EDV-Arbeitskreis, den verschiedenen Angeboten des Medienzentrums und der spannenden Umsetzung digitaler Lernformen in der Praxis im Pilotprojekt »Schüler iPads«.

Der Übergang »Schule-Beruf« wurde im Themenraum 3 beleuchtet. Unter der Leitung der pädagogischen Mitarbeiterin des Kreisjugendrings, Anne Röpke, und dem ITG-Schüler und Dachauer Jugendrat, Tizian Foidl, warfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Blick auf vorhandene Angebote, auf die Faktoren wie gute Berufsorientierung gelingen kann und was dazu im Landkreis verbessert werden sollte. Zum Beispiel könnten Praktika oder Orientierungsgespräche mit Firmen flexibler in den Schulablauf integriert werden. »Diese Orientierungsgespräche sollen unbedingt die Perspektive der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen«, so eine jugendliche Teilnehmerin.

Auch Ausbildungsmessen und die Bildungsnavi-App des Arbeitskreises SchuleWirtschaft kam hier zur Sprache: Dieses Informationsangebot trägt die Vielzahl bildungsorientierter Angebote im Landkreis zusammen. Die Ausbildungsplatzsuche und das Finden, die Listung der Ausbildungsplätze in der Region sowie die Angebote zur Berufsorientierung sind ebenso übersichtlich abrufbar wie die Portraits aller Schulen im Landkreis Dachau. Videos erklären den möglichen Ausbildungsplatz bei regionalen Betrieben. Tipps zu Praktika, Studienmöglichkeiten und auch Infos über Arbeits- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Ausland, weisen Interessierten unterschiedliche Bildungs- und Karrierewege. (Video)Tipps und Hilfen rund um den Bewerbungsprozess sind ebenso darin enthalten. Als i-Tüpfelchen bezeichnen die Herausgeber das umfangreiche Verzeichnis aller bildungsrelevanten Adressen im Landkreis Dachau.

Anschließend an die Workshops wurden allen Teilnehmenden die Ergebnisse aus den Themenräumen vorgestellt. Landrat Stefan Löwl betonte die Wichtigkeit der Bildung und der dazugehörigen Informations- und Orientierungshilfen und stellte klar, dass die Bildungslandschafft im Landkreis gemeinsam gestaltet werden soll und muss. Der Landkreis hat hier eine koordinierende und unterstützende Rolle. Die Anregungen aus der Bildungskonferenz werden von dem kommunalen Bildungsmanagement, das ab dem 1. Juni von Dardan Kolic übernommen wird, aufgenommen und zusammen mit den Bildungsakteuren weiterverfolgt und weiterentwickelt. Auch künftig sollen Übergänge - neben anderen Themen - nach wie vor im Fokus stehen.

Flankierend stellte die Leitung der Stabstelle Ehrenamt, Bildung und Integration (EBI), den ersten Bildungsberichtes »Ich hab da mal ne Frage zu … BILDUNG« des Landkreises Dachau und den Bildungsatlas, einer Landkarte mit Bildungs- und Lernorten im Landkreis, vor. Beides sind Infoquellen, die ständig dynamisch weiterentwickelt werden. Beide Produkte stehen den Landkreisbürgerinnen und Landkreisbürgern ab sofort auf der Homepage des Landratsamtes Dachau zur Verfügung.

Zum Schluss gab es eine Überraschung. Die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Aferdita Pfeifer, lud die interessierten Einrichtungen ein, sich bei der EBI Stabstelle per Email zu melden, um einen von zehn DB-Vorlesekoffern für Kinder und Jugendliche zu erhalten. Dabei sollen die Einrichtungen in fünf Zeilen zusammen mit den Kindern und Jugendlichen den Begriff »Vielfalt« beschreiben.