3°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 17. January 2022 · 22:54 Uhr
 
 
 

Tolerante und friedliche Insektenjäger

Hornissen sind rund um die Uhr im »Dienst«

Die Hornisse sorgt Tag und Nacht für Ordnung im Garten. (Foto: Johannes Selmansberger/BUND)

Allen gruseligen Legenden zum Trotz ist ein Hornissenstich nicht gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich. Allergiker müssen trotzdem vorsichtig sein, da auch Hornissenstiche zu einer allergischen Reaktion führen können. Glücklicherweise meiden Hornissen Menschen wo es geht. Wirklich gefährlich sind sie nur für andere Insekten oder Raupen, die für die Ernährung des Nachwuchses besonders wichtig sind. Weder an Kuchen noch Salamipizza oder zuckersüßer Limo haben sie Interesse.

Hornissen zählen zu den besonders geschützten Tierarten. Sie dürfen nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden.

Die dicken Brummer sind geschickte Jäger. Auf ihrem Speiseplan stehen Fliegen, Bremsen, Motten und auch Wespen, Bienen oder Libellen. Gejagt wird meistens im Flug – Tag und Nacht. Weil sie künstliches Licht irritiert, landen Hornissen bei geöffnetem Fenster nachts auch mal im Haus.

Zusammenleben: Hornissen und Menschen

Ein Zusammenleben mit den Riesenwespen ist gar nicht so kompliziert und erledigt sich im Herbst von selbst. Es überleben im Herbst nur die begatteten Jungköniginnen, die sich für den Winter einen geschützten Unterschlupf suchen.

Tipps für das friedliche Zusammenleben von Menschen und Hornissen:

Entspannt bleiben

Hornissen sind scheue Tiere. Außerhalb ihres Nestbereichs gehen sie Konfrontationen gerne aus dem Weg. Verfliegt sich eine Hornisse nachts in ein Haus, kann man das Tier durch Ausschalten des Lichtes und weites Öffnen der Fenster leicht zum Wegfliegen bringen.

Nester in Ruhe lassen

In einem Bereich von etwa vier Meter um das Nest reagieren Hornissen auf Störungen empfindlich und können angreifen. Hält man sich an diese »Ruhezone«, kann man den Hornissen bei ihrer interessanten Arbeit zuschauen.

Umsiedlung nur in Notfällen

Da natürliche Nistmöglichkeiten wie Höhlen in großen Laubbäumen an Waldrändern vielerorts fehlen, nutzen Hornissen auch Dachböden, Scheunen oder Vogelnistkästen. Die Riesenbrummer sind selbst in der unmittelbaren Nähe von Häusern friedliche Nachbarn und Untermieter. »Da ein Hornissenvolk im Herbst stirbt, sollte jeder Gartenbesitzer bis zu diesem Zeitpunkt warten und erst dann das Nest entfernen«, erklärt Dr. Roderich Zauscher vom BUND Naturschutz. Nur wenn sich der Bau an einer nicht tolerierbaren Stelle befindet, kann man über eine Umsiedlung nachdenken. Hierfür braucht man aber Spezialisten. Ratschläge gibt die zuständige Naturschutzbehörde des Landkreises oder der Stadt.