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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 25. February 2021 · 06:36 Uhr
 
 
 

»Familienfeier« beim Monte-Jubiläum

Die Montessori-Schule-Dachau zelebriert ihr 25-Jähriges als große Party

Die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki überreicht Schulrektorin Roswitha Bernard unter anderem ein Rosenstöckchen als Geburtsgeschenk. (Foto: A. Förster)

Die tagesfüllende Feier begann mit einem offiziellen Teil und vielen Ehrengästen, ging über in einen actionreichen Familiennachmittag mit Auftritten von Schüler- und Lehrerbands, einer Modenschau, einer Tanz-Aufführung und jeder Menge Aktionen für Eltern und Kindern und fand mit dem Konzert der Bigband Dachau einen krönenden Abschluss. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. »Ich glaube, das haben wir uns verdient«, meinte der Vorsitzende des Fördervereins, Florian Scherf, augenzwinkernd bei seiner Begrüßung.

Von ihrer besten Seite wollte sich auch die Schule präsentieren. Mit der 14-jährigen Viola Mayer und dem 15-jährigen Tom Thompson wählte man zwei charmante Moderatoren, die souverän durchs Programm führten. Der einzige Lapsus unterlief Tom, als er den Kinderchor unter der Leitung von Bernadette Raischl als »willkommene Abwechslung von den langweiligen Festreden« ankündigte. Wobei ihm wohl viele der jugendlichen Zuhörer heimlich zustimmten. Tatsächlich aber gaben sich alle redlich Mühe, sich mit ihren »Festreden nicht festzureden«, wie es die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki humorvoll formulierte: Schulrätin Claudia Bauer erinnerte daran, dass in den letzten 25 Jahren viel Montessori-Gedankengut in den Regelgrundschulen angekommen sei. »Die Monte ist kein Exot mehr, sondern eine gute Alternative zum Beispiel für Kinder, die woanders nicht klarkommen. Das soll gefeiert werden«, so die Schulrätin.

Marianne Klaffki überreichte Schulrektorin Roswitha Bernard einen Rosenstock als Symbol für das kleine Pflänzchen, das die Schule einst war. »Hegt und pflegt den Stock, damit er wurzeln, wachsen uns blühen kann, so wie das mit eurer Schule in den letzten 25 Jahren geschehen ist«, erklärte Klaffki. Oberbürgermeister Florian Hartmann erinnerte in seiner Rede an die 18 Kinder in der provisorischen Unterkunft, mit denen man 1994 begonnen habe. Heute sei die Monte eine Vorzeigeschule mit mehr als 450 Schülern, Mittagsbetreuung und Ganztagsklassen und aus Dachau nicht mehr wegzudenken.

Danach sang der Kinderchor inbrünstig »Es gibt einen Ort jenseits von richtig und falsch, an dem treffen wir uns«. Ingeborg Müller-Hohagen vom Landesverband Bayern zitierte Maria Montessori: »Es kommt nicht darauf an, Wissen und die Erfahrung in die Kinder hineinzustopfen, sondern ihnen zu helfen, ihre eigenen Potenziale auszuschöpfen.« Und: «Schule soll ein Ort sein, in dem ein Kind in Freiheit leben kann.«

Weil schon so mancher Magen knurrte, verteilten die Kinder danach selbstgebackene kleine Montessori-Figuren an die Zuhörer in der Aula. Sie sollten an das Kind erinnern, dessen Entwicklung in der Montessori-Schule im Mittelpunkt steht.

Jeder Programmpunkt wurde liebevoll und authentisch präsentiert, sodass neben der Überzeugung hinsichtlich des Schulsystems auch spürbar wurde, dass hier eine große Familie etwas Besonderes geschaffen hat und am Leben hält.