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Sunday, 29. March 2020 · 22:55 Uhr
 
 
 

Großes Interesse an PU Programm und Team

»Uns geht es nur um die kommunale Arbeit in der Gemeinde«

Mit ihren Kandidatinnen Angela Lugmayr, Manuela Jaschke, Katharina Kiegerl und Angelika Preis (von li) steigerte die PU ihre Frauenquote um 400 Prozent, doch trotzdem ist noch Luft nach oben. (Foto: chk)

Sehr erfreut über den großen Zuspruch konnte PU-Listenführer Leonhard Sedlmeier am Sonntag, den 9. Februar, rund 100 Gäste im Landgasthof Ottilinger begrüßen. Die Vorstellung von Kandidaten und Programm, Rückblick und Ausblick sowie eine Rede des Landratskandidaten Karl Huber von der Bürgerliste standen auf dem Programm. In seiner launigen Begrüßung stellte Sedlmeier die Jetzendorfer PU–Parteiunabhängige Wählergruppe als Plattform für Bürger vor, die sich unabhängig engagieren: »Wir sind weder Partei noch Verein, uns geht es rein um die kommunale Arbeit«.

2014 ist man mit dem neuen Bürgermeister Manfred Betzin gestartet. Die Zusammenarbeit war vertrauensvoll und produktiv, Themen wurden gemeinsam erarbeitet und erfolgreich zum Abschluss gebracht. Die PU steht nach wie vor hinter dem Bürgermeister und verzichtet daher auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten. Da Betzin selber keine Stimmen als Gemeinderat braucht, bitte die PU darum, diese gerne ihren Kandidaten zu geben.

Rückblickend präsentierte Sedlmeier eine lange Liste an Erfolgsgeschichten: Neubau des Ilmwehrs, Baugebiet Priel Ost mit Einheimischenmodell und Verkehrskreisel, Sicherung des Schulstandortes, den Wanderweg rund um den Ort oder auch den neuen Platz vor der Raiffeisenbank. Letzterer wird oft als Betonwüste kritisiert, ist aber primär als Wendeplatz für Schulbusse angelegt, einen Großteil der Parkplätze hat die VR Bank in Pacht. »Da hat uns der heiße Sommer 2019 einen Strich durch die Rechnung gemacht«, bedauerte Sedlmeier, denn eigentlich sollte Fugengras den Platz begrünen. Bei der weiteren Bepflanzung gemeindlicher Flächen wünscht sich die PU eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Ortsverband der Grünen.

Bevor Ruppert Leimberger den Wahlmodus erklärte und die Vorstellung der PU-Kandidatinnen und –Kandidaten startete, versicherte Sedlmeier: »Ich habe großen Respekt vor allen 80 Menschen, die sich für ein politisches Amt in der Gemeinde zur Verfügung stellen. Diese Wahl sollte eine Personenwahl sein, Partei oder Listenplatz sind nicht entscheidend. Das gilt im Besonderen für die Wahl des Kreisrates, allen Kandidaten aus Jetzendorf und unserer Umgebung sollten Sie Ihre Stimme geben«.

Nachdem sich die Kandidatinnen und Kandidaten kurz vorgestellt hatten, ging es den amtierenden PU-Gemeinderäten um aktuelle Themen und Projekte:

Leonhard Sedlmeier sprach Investitionen in Höhe von rund 15 Millionen Euro an, die notwendig werden für Kindergartenerweiterung, kommunalen Wohnbau, Rathausbau, Straßen-, Wasserleitung- und Kanalsanierungen und der Sanierung von Schule und Schulturnhalle. Visionen sind die Beseitigung der Engstelle Radlmeier, Gestaltung der Dorfmitte, Postwirtschaft und mehr, die momentan nicht umsetzbar sind. »Aber sobald es eine Chance gibt, werden wir einsteigen«, so Sedlmeier.

Simon Fottner berichtete von einer erfreulichen 0,0 Euro Pro-Kopf-Verschuldung. Zukünftig soll kein Baugebiet mehr ausgewiesen werden, man setzt auf Verdichtung im Innenraum. Das neue Gewerbegebiet im Westen ist nur für heimische Handwerker und Dienstleister gedacht.

Die Erhaltung des Schulstandortes Jetzendorf durch eine offene Ganztagsschule, aber auch der Ausbau von Kindergarten- und Krippenplätzen sind wichtige Themen für Ruppert Leimberger. Ebenso die Errichtung von bezahlbarem Wohnraum für mehrere Generationen auf Gemeindegrund.

Dr. Stefan Skoruppa will einen ökologischen Wandel, der braucht aber Zeit und Geld. Darum muss die Finanzkraft der Gemeinde stark bleiben. Biomasseheizung für Schule und Anlieger, LED-Straßenbeleuchtung, naturbelassene Ausgleichsflächen sind hier nur einige Schlagworte.

»Mir liegt der Aufbau eines kleine Wochenmarktes persönlich am Herzen«, versicherte Josef Sedlmeier. Auch das Thema Radlweg nach Petershausen hat er angesprochen. »Wir hoffen, dass nach den vielen Gesprächen mit den Landräten Wolf und Loewl, den zuständigen Sachbearbeitern der Landratsämter, Grundbesitzern und den Gemeindebürgermeistern nach zirka acht Jahren endlich eine Lösung in Verbindung mit der Sanierung der Kreisstraße zustande kommt«.

Franz Off meldete sich anschließend als einziger mit einer Frage zu Wort: er wollte wissen, wie es mit den Straßenausbaubeiträgen steht. Hier konnte Sedlmeier keine konkrete Antwort geben, »diese Kosten bleiben bis zur Klärung durch die Regierung wohl an der Gemeinde hängen«. Weder Manfred Breitsameter von der SPD, noch Jochen Lojewski, CSU, oder die anwesenden Grünen sahen Diskussionsbedarf – anscheinend ist es in Jetzendorf tatsächlich so harmonisch, wie es sich PU-Chef Sedlmeier wünscht.

Dr. Stefan Skoruppa bekam den größten Applaus des Abends, als er seine Arbeit als Kreisrat vorstellte. »Eigentlich hab ich genug zu tun und wollte nicht mehr kandidieren«, so Skoruppa. »Aber es ist nicht meine Art, Dinge nicht zu Ende zu bringen«. Hier meinte er vor allem die Bemühungen, dass die Ilmtalklinik Pfaffenhofen in kommunaler Hand bleibt und nicht an einen privaten Investor verkauft wird.

Landratskandidat Karl Huber hatte einige Kreistagskandidaten mitgebracht und stellt sich und seine Bürgerliste vor.