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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 29. February 2020 · 10:28 Uhr
 
 
 

Ein wenig die Welt verbessern

Fachvortrag Stiftungen in der VR Bank Dachau

Andreas Meßelberger, Dr. Christoph Mecking, Alexandra Gorges von der Gesundheitsstiftung im Landkreis Dachau und Johann Schöpfel (von li). (Foto: VR Bank)

In einer Informationsveranstaltung brachte die VR Bank Dachau interessierten Kunden die komplexe Welt der Stiftungen näher.

Im Vortragssaal der Dachauer Genossenschaftsbank in der Altstadt begrüßte Bankvorstand Johann Schöpfel rund 60 Gäste. Der Bankvorstand erläuterte den Anlass: »Es gibt immer mehr Menschen, die sich aktiv für Ideen und wichtige Projekte zum Wohle anderer engagieren möchten. Mit der Gründung einer Stiftung können sie ihre eigenen Ideen umsetzen und gesellschaftliches Engagement zeigen.«

Auch die VR Bank Dachau übernimmt soziale Verantwortung und engagiert sich neben ihrem Spendenaufkommen für die Region, das in den vergangenen Jahren rund fünf Millionen Euro betrug, in einer Stiftung. Die Bank fördert die 2015 gegründete Gesundheitsstiftung im Landkreis Dachau mit regelmäßigen Zuwendungen und unterstützte ihre Gründung mit einer Anstiftung. Der Bankmitarbeiter Andreas Meßelberger ist ausgebildeter Stiftungsberater und Koordinator des fünfköpfigen ehrenamtlichen Stiftungsrates.

Die Zahl der Stiftungen in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. 1950 gab es 2.714 Stiftungen. Gegenwärtig sind es 22.743. Zurzeit sind in Deutschland 100 Milliarden Euro in Stiftungen gebunden.

Für den Fachvortrag konnte die Bank einen hochrangigen Spezialisten gewinnen. Der Rechtsanwalt Dr. Christoph Mecking aus Berlin ist seit 1990 spezialisiert auf die Beratung von Stiftern und Stiftungen, geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Stiftungsberatung und Autor vieler Fachpublikationen. In einem kurzweiligen Referat stellte er die Rechtsform Stiftung vor, ihre Geschichten und Besonderheiten, beispielsweise bei der steuerlichen Behandlung oder im Zusammenhang mit verschiedenen Errichtungsszenarien.

Anschauliche Praxisbeispiele und aktuelle, insbesondere rechtliche Entwicklungen rundeten den Vortrag ab. Die steigende Zahl der Stiftungen hänge mit dem Anwachsen der Privatvermögen zusammen, so Mecking. »Vielleicht haben auch Sie ganz persönliche Vorstellungen, welches gemeinwohlorientierte Vorhaben dauerhaft gefördert werden soll«, richtete er sich an das Publikum. Dabei sei wichtig, dass eine Stiftung dauerhaft ihren Zweck erfüllen könne, betonte der Referent.

In der anschließenden Diskussion wurden viele Fragen gestellt und beantwortet. Abschließend stellte Stiftungskoordinator und Berater Andreas Meßelberger die Treuhandstiftung »Gesundheitsstiftung im Landkreis Dachau« vor. Sie richtet sich an Menschen mit Autoimmun- und Krebserkrankungen und konnte seit ihrer Gründung im Jahr 2015 in rund 50 Fällen schnell und unbürokratisch Hilfe leisten.

»Das zeigt uns, dass die Stiftung im Landkreis dringend gebraucht wird«, betonte Andreas Meßelberger. Die schnelle Hilfe werde von den Betroffenen dankbar aufgenommen. Zurzeit befinden sich 135.000 Euro im Stiftungsvermögen.

»Wir bemühen uns, dass wir das Vermögen weiter erhöhen, um noch mehr erkrankten Menschen helfen zu können«, schloss Andreas Meßelberger.