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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 4. June 2020 · 15:25 Uhr
 
 
 

Mehr Jugend in die Politik

Podiumsdiskussion über Beteiligung junger Erwachsener

Die Diskussionsteilnehmer (von li) Berkay Kengeroglu, Sebastian Leiß, Lucia Tröger, Bastian Brummer und Ludwig Gasteiger. (Foto: Freie Wähler)

Was hält junge Leute davon ab, Kommunalpolitik zu machen oder was bringt sie dazu, sich zu engagieren? Über diese beiden Fragen sprachen auf einer Podiumsdiskussion in der Dachauer ASV-Gaststätte kürzlich Kreisrat Sebastian Leiß (Freie Wähler Dachau), Ludwig Gasteiger (Geschäftsführer des Kreisjugendrings; Grüne), Berkay Kengeroglu (Jugendratssprecher; SPD) und Bastian Brummer (Listenführer der Weichser Bürgervereinigung). Moderiert wurde die Runde von der ehemaligen Jugendratssprecherin Lucia Tröger.

Alle Diskutanten bewerben sich am 15. März selbst um ein Mandat in Stadtrat oder Kreistag. Sebastian Leiß, mit 30 Jahren der jüngste Kreisrat, sah vor allem die arbeitnehmerunfreundlichen Sitzungszeiten der Gremien als Problem für junge Erwachsene, die sich in Ausbildung, Studium oder Job erst etablieren müssten. Zudem sei die institutionalisierte Arbeit der Gremien mit ihren manchmal »partei-dogmatischen« Entscheidungsfindungen wenig attraktiv.

Ludwig Gasteiger sprach sich dafür aus, bereits in den Schulen das Interesse für Kommunalpolitik zu wecken, etwa auch durch eine bessere demokratische Einbindung der Schülermitverwaltungen. Bastian Brummer sah die in vielen Parteien nötige »Ochsentour« mit dem unzähligen Verteilen von Handzetteln und das Kleben von Plakaten vor einer Wahl als abschreckend an. Berkay Kengeroglu erklärte dagegen, dass ihm die Parteiarbeit in der SPD Spaß mache. Entscheidend für die Gewinnung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für die Kommunalpolitik sei seiner Meinung nach die Ansprache auch durch altersgerechte Veranstaltungen.

Im Anschluss entwickelte sich mit dem Publikum noch eine rege Debatte über mögliche andere Gründe und Lösungen, wie etwa die Politikaffinität des Elternhauses. In einem waren sich alle einig: Dass bei den Wahlen am 15. März der Wunsch nach mehr Jugend in den Gremien in Erfüllung geht.