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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 1. July 2022 · 15:27 Uhr
 
 
 

Weltweite Kampagne #Weremember

Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus ist eine internationale und zugleich lokale Aufgabe

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi steht hinter der Kampagne #Weremember. (Foto: SPD)

Michael Schrodi, der SPD-Bundestagsabgeordnete für Dachau und Fürstenfeldbruck, beteiligt sich an der weltweiten Kampagne #Weremember des Jüdischen Weltkongresses. Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist vor allem für Deutschland ein wichtiger Aufruf zur Erinnerung.

Michael Schrodi war nicht nur Geschichtslehrer am Viscardi-Gymnasium in Fürstenfeldbruck und am Josef-Effner-Gymnasium in Dachau, die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte hatte ihn als Jugendlichen auch dazu bewogen, der SPD beizutreten. Der 44-Jährige begrüßt deshalb auch die internationale Kampagne #Weremember, die der Jüdische Weltkongress ins Leben gerufen hat. »Learn from the past. Protect the future« – diesem Motto kann ich mich nur anschließen. Vor allem ist es wichtig, in Deutschland ein Zeichen zu setzen und in dieser Kampagne Präsenz zu zeigen«, so Schrodi.

Ein positives, gemeinsames Signal setzte auch eine Resolution, die in der Generalversammlung der Vereinten Nationen vergangene Woche mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde. Der Resolutionsentwurf wurde von Deutschland und Israel gemeinsam erarbeitet. Ziel ist es, das Leugnen und Relativieren des Holocaust besser zu bekämpfen. Mitgliedstaaten, UN-Organisationen und Privatunternehmen werden aufgefordert, Bildung, historische Forschung und die Erinnerung zu fördern. »Der Kampf gegen das Vergessen ist auf allen Ebenen nötig, sowohl in der internationalen Politik, am Arbeitsplatz oder mit Aktionen in der heimischen Gemeinde«, sagt Schrodi, der sich bewusst ist, dass Zeitzeugenarbeit immer schwieriger wird – ganz aktuell etwa als Maßnahme gegen die Geschichtsverdrehung, die zuletzt auf so genannten Corona-Spaziergängen im Landkreis Dachau zu hören war.

Dass die Evangelische Versöhnungskirche am 27. Januar einen Dokumentarfilm zum Gedenken an eine in Dachau ermordete Familie veröffentlicht, ist in diesem Zusammenhang sehr hilfreich. Gerade in Dachau ist Erinnerungsarbeit ein wichtiges Zeichen und Einsatz für die Demokratie.

Anlass für die #Weremember-Teilnahme ist der 27. Januar, seit 1996 der offizielle Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Dies schließt Gedanken an alle Entrechteten, Gequälten und Ermordeten ein, unter anderem Sinti und Roma sowie weitere Minderheiten, politisch Verfolgte oder kranke und behinderte Menschen.