0.14°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 22. February 2020 · 08:30 Uhr
 
 
 

»Hilfe, die ankommt«

Krankenschwestern für die Ukraine

Hans Ramsteiner und Nathalie Bukhta mit den Sponsoren, die das Krankenschwesternprojekt in der Ukraine weiterhin ermöglichen. Links Dennis Behrendt, rechts Bernhard Seidenath und Paul Polyfka. (Foto: BRK)

Den Orden, den Hans Ramsteiner und Peter Sedlmair für fast 30 Jahre ungebrochene humanitäre Unterstützung für das Rote Kreuz in der Ukraine kürzlich verliehen bekamen, hätte Hans Ramsteiner am liebsten an jeden einzelnen Sponsor und Förderer weitergereicht. Der kleine Orden ist die höchste Auszeichnung des ukrainischen Roten Kreuzes und hat so viel Gewicht, weil er auch die Finanzierung von derzeit 13 Krankenschwestern für die Ukraine honoriert. Ohne die Großherzigkeit der Sponsoren wäre dieses Projekt nicht möglich. Dank der großzügigen Spenden können im Bezirk Iwano Frankiwsk für ein weiteres Jahr die immens wichtigen Rotkreuzschwestern finanziert werden, die arme alte und kranke Menschen sozial und medizinisch versorgen.

Das BRK Dachau hatte die Sponsoren nun zu einer Feierstunde in das Rotkreuzhaus eingeladen. Für ein Jahresgehalt von brutto 2.000 Euro - das ist der Mindestlohn - versorgt eine Krankenschwester bisher 20 bedürftige alte Menschen. Für ein weiteres Jahr wird dieser Betrag allerdings nicht ausreichen. Durch Lohnsteigerungen und einen für die Ukraine besseren Wechselkurs erhöht sich das Bruttojahresgehalt einer Rotkreuzschwester für 2020 auf 2.500 Euro. »Wenn wir nicht weitere Spender gewinnen, werden wir zukünftig nur mehr acht Schwestern finanzieren können«, bedauerte Hans Ramsteiner, stellvertretender BRK-Kreisvorsitzender und Leiter der Gemeinschaft Wohlfahrts- und Sozialarbeit.

Das BRK-Projekt wurde notwendig, weil der ukrainische Staat die Finanzierung der Rotkreuzschwestern schon seit 2017 eingestellt hat. Der BRK-Kreisvorsitzende Bernhard Seidenath, der sich im Juli 2019 in der Ukraine selbst ein Bild von dem Projekt gemacht hatte, dankte den Sponsoren: »Die Armut trifft in der Regel alte Frauen. Die Patronage-Schwestern sind oft der einzige soziale Kontakt, der den Betroffenen verblieben ist. Und sie helfen auch medizinisch, etwa bei der Gabe von Medikamenten. Dies ist bestens angelegtes Geld«.

Hans Ramsteiner stellte das Projekt »Krankenschwestern für Iwano Frankiwsk« als ein Leuchtturmprojekt des Roten Kreuzes in der Ukraine vor und schilderte in einem bewegenden Vortrag die schlimmen Verhältnisse, in denen alleinstehende alte Menschen leben müssen. Die Rotkreuzschwestern versorgen sie mit Medikamenten, Essen, Kleidung und Zuwendung. »Wir erreichen mit überschaubarem finanziellem Aufwand Unglaubliches.

Jeder investierte Euro lindert wesentlich die unglaubliche Armut, in der diese Menschen tagtäglich leben müssen«, sagte er. Die BRK-Auslandshilfe hilft schon lang nachhaltig in der Ukraine und transportiert pro Jahr sechs große LKW-Ladungen mit je zwölf Tonnen Hilfsgütern in die entlegenen Regionen. »Es gibt kein Krankenhaus, Alten-, Pflege- und Kinderheim im Bezirk Iwano Frankiwsk, das nicht mit Hilfsgütern aus Dachau ausgestattet ist«, berichtete Ramsteiner.

Das BRK wolle aber nicht nur Almosengeber sein, sondern »ein Partner, um ein Umdenken in den Köpfen in der Ukraine anzustoßen«, wie Seidenath betonte. Dass die Hilfe direkt dort ankommt, wo man sie benötigt, wird regelmäßig überprüft. Somit gilt der ukrainische Orden auch den 30 Helfern, die ehrenamtlich 4.000 Stunden im Jahr dafür arbeiten. Einige Sponsoren konnten sich persönlich von der Bedeutung des Projektes ein Bild machen. Anton Kiemer aus Odelzhausen lenkt die LKW mit Hilfsgütern auch selbst in die Ukraine. Als Augenzeuge bestätigte er die große Not der Menschen dort. Auch deshalb ist die Finanzierung der Krankenschwestern dringend notwendig. Dolmetscherin Nathalie Bukhta, die bei den schwierigen Verhandlungen an der ukrainischen Grenze hilft, las die anrührenden Dankesbriefe der betroffenen Menschen vor und sagte: »Eine kleine Hilfe kann viel verändern«.

Hauptsponsoren sind: Die Volksbank Raiffeisenbank Dachau vertreten durch Karl-Heinz Hempel, die Sparkasse Dachau vertreten durch Andreas Kratz, Klaus Riedel vom Rotary-Club Dachau, die Firma Vieregg aus Dachau, die Hans-Rapp-Stiftung vertreten durch Kai Henkies, der Lionsclub Germering, die Rotkreuz-Auslandshilfe Neuburg-Schrobenhausen, Dr. Ann-Christine Hamisch aus München und der Düsseldorfer Verein »ergo: wir helfen«. Weitere Sponsoren sind Ehrenamtliche, die sich seit Jahrzehnten für das BRK Dachau engagieren: Anton Kiemer von der gleichnamigen Fahrschule in Odelzhausen, Jürgen Fritsch von der Firma Fernmeldebau Fritsch, der sich in der Wasserwacht engagiert, mit seinen Söhnen Andreas und Tobias, Angela Eben-Reischl von der Auslandshilfe, Angelika Gumowski, Maxi Gärtner sowie Andreas Köttig vom Jugendrotkreuz. Das BRK Dachau übernahm anstelle von Weihnachtsgeschenken für seine Mitarbeitenden ebenfalls das Jahresgehalt einer Krankenschwester. Weitere Spender möchten anonym bleiben.

Wer spenden möchte:

Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG - IBAN: DE98 7009 1500 0000 0259 09 BIC: GENODEF1DCA

Sparkasse Dachau - IBAN: DE97 7005 1540 0000 9234 66 BIC: BYLADEM1DAH

Kennwort: Krankenschwestern für Iwano Frankiwsk.