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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 10. May 2021 · 20:57 Uhr
 
 
 

Gedenkveranstaltung mit Dr. des. Ekaterina Makhotina

22. Juni am ehemaligen SS-Schießplatz Hebertshausen

Zwischen Herbst 1941 und Sommer 1942 haben Wachleute des KZ am ehemaligen SS-Schießplatz in Hebertshausen über 4.000 Soldaten der Roten Armee erschossen, die zuvor als Kommunisten oder Juden aus Kriegsgefangenenlagern der Wehrmacht ausgesondert worden waren. Jahrzehntelang hat der mitten im Dachauer Land gelegene Schauplatz des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion, der mit dem Überfall vom 22. Juni 1941 begonnen hatte, wenig Beachtung gefunden.

Seit Anfang Mai 2014 ist der Gedenkort nun völlig neu gestaltet und mit einer informativen Außenausstellung versehen, die von den Historikern der KZ-Gedenkstätte erarbeitet wurde. Bei der feierlichen Einweihung des neu gestalteten Gedenkorts am 2. Mai 2014 hoben mehrere Redner hervor, dass gesellschaftliche Gruppen – zuerst deutsche KZ-Überlebende, dann Aktivisten der Friedensbewegung aus München, die Aktion Sühnezeichen und der Förderverein, das Erinnern wachgehalten haben.

Der Förderverein organisiert seit dem 50. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1991 alljährlich Gedenkfeiern am Schießplatz. Seit 2011 arbeitet er dabei mit dem Archiv Lebendige Erinnerung der Israelitischen Kultusgemeinde zusammen. In die Familiengeschichten der russischsprachig-jüdischen Münchener hat sich der deutsch-sowjetische Krieg tief eingeschrieben.

Bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung spricht Frau Dr. des. Ekaterina Makhotina, Mitarbeiterin am Historischen Seminar (Geschichte Ost- und Südosteuropas) der Ludwig Maximilians Universität in München. Sie leitet einen Projektkurs für den Masterstudiengang Osteuropastudien, der sich mit den »Leerstellen« der NS-Gewalt in München und Umgebung befasst. Der Förderverein lädt die Bevölkerung zur Teilnahme an der Gedenkfeier ein, auch um ein Zeichen zu setzen, gegen zunehmende rechtsextreme Provokationen.

Gedenkfeier am Montag, den 22. Juni um 17 Uhr, ehemaliger SS-Schießplatz Hebertshausen, Freisinger Straße. Weitere Informationen: Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V., Zur alten Schießstatt 1, Tel. 08131-83303 und unter www.foerderverein-dachau.de.