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Saturday, 30. May 2020 · 19:24 Uhr
 
 
 

»Ein Talk der besten Art«

Politisches Fischessen mit »den Stefans«

Fischessen in Karlsfeld mit (von li) Bernhard Seidenath MdL, BGM Stefan Kolbe, Kathrin Staffler MdB und Stefan Löwl. (Foto: CSU)

»Ein Talk der besten Art« bescheinigte der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenaht dem Zwiegespräch zwischen Landrat Stefan Löwl und Bürgermeister Stefan Kolbe. Beim politischen Fischessen des Karlsfelder CSU-Ortsverbandes im Bürgerhaus wurden am »Ascherdonnerstag« anlässlich der bevorstehenden Kommunalwahlen aktuelle Themen, einmal ganz anders, aber durchaus originell präsentiert. Die »beiden Stefans« lieferten den zahlreichen Gästen einen amüsanten Schlagabtausch, der Einblick in Politik und Privatleben der beiden zur Wiederwahl stehenden Amtsinhaber gab.

In seiner Begrüßungsrede rief der Ortsvorsitzende Christian Bieberle in der gegenwärtigen Fastenzeit auch zur notwendigen politischen »Besinnung und inneren Einkehr« auf. »Was ist eigentlich los in unserem Land?«, lautete seine provokante Frage. »Wenn Hausbesitzer enteignet und Fleischesser bestraft werden sollen, Autofahrer verfolgt, Mann und Frau längst durch Gendersternchen ersetzt, Landwirte zu Klimasündern gemacht werden und die Oma als »Umweltsau« beschimpft wird, ist es an der Zeit, dass in unserem Land wieder mehr Vernunft einkehrt«, mahnte Bieberle und forderte dazu auf, am 15. März ein Zeichen für vernünftige Politik zu setzen.

Im Anschluss traten die beiden Stefans ans Mikrofon und interviewten sich gegenseitig. Bürgermeister Kolbe, ein alt eingesessener Karlsfelder, leutselig und aus der Rathausverwaltung kommend, habe in den letzten zwölf Jahren einiges auf den Weg gebracht, was er noch weiterentwickeln und zum Abschluss bringen möchte. Die »Neue Mitte« konnte unter seiner Ägide fertiggestellt und damit Nahversorgung durch Aldi, Edeka und Müller-Drogerie gewonnen werden. Auch zum Thema »Asyl« wurde mit den beiden Unterkünften eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden. Zudem wurden kontinuierlich weitere Kinderbetreuungsplätze geschaffen, mit dem Bau zweier Grundschulen wurde begonnen, die Sportanlage durch zwei neue Fußballplätze ergänzt und 80 Sozialwohnungen eingeweiht. Der Verkehrswegeplan sowie der Ausbau des kulturellen Angebotes in Karlsfeld gehe ebenfalls auf die Initiative der CSU zurück.

Als Sprecher der Landkreisbürgermeister liege Kolbe aber auch die interkommunale Zusammenarbeit sehr am Herzen, da viele Probleme, wie beispielsweise die verkehrliche Situation, nur gemeinsam mit anderen Kommunen, dem Landkreis und dem Bund gelöst werden könnten. Als Beispiele nannte er eine Mobilitätsdrehscheibe in Breitenau, die Nordumfahrung Dachau, den S-Bahn-Nordring oder die Untertunnelung der Münchner Straße.

Für die Zukunft sprach sich Kolbe eindeutig für eine Wachstumsbremse und gegen die Ausweisung weiterer größerer Baugebiete in Karlsfeld aus. Die Ansiedlung zusätzlicher Gewerbebetriebe sei für ihn allerdings unerlässlich, um die gemeindlichen Finanzen künftig aufbessern zu können. In diesem Zusammenhang wünsche er sich von der Bundespolitik bezüglich der zu leistenden Abgaben aber auch ein kommunenfreundlicheres Abrechnungssystem. Sorge bereite Kolbe zudem die Situation auf dem Erlgelände westlich der Bahn. Er hoffe sehr, dass es bald gelingen möge, in Zusammenarbeit mit dem Investor das Gebiet im Sinne der Gemeinde weiterentwickeln und Nahversorgung für die Bewohner schaffen zu können.

Auch Landrat Stefan Löwl beteuerte, dass er sich in den letzten sechs Jahren voller Tatendrang den vielfältigen Herausforderungen seines Amtes stellte und es genoss, bei der Aufgabenbewältigung neue, eigene Wege beschreiten zu können. »Hier kann man gestalten, hier kann man anpacken«, versicherte er. Wie sein Gesprächspartner Kolbe habe auch er große Freude an seinem Beruf und würde das Amt des Landrates mit Engagement weiterführen wollen, um die initiierten Projekte fortentwickeln zu können. »Stefan Löwl hat bereits eine beeindruckende Bilanz vorzulegen«, merkte Kolbe an. »Aber ich bin lange noch nicht fertig«, erwiderte Löwl.

Bei seinem Amtsantritt wurde Löwl unvermittelt mit der Asylproblematik konfrontiert, die im Landkreis so vorbildlich gelöst wurde, dass die Unterkünfte mittlerweile als Vorzeigeprojekte für Delegationen aus Israel und Iran gelten würden. Ein Anliegen des Politikers sei es zudem, den Landkreis Dachau zu einem qualitativ hochwertigen Bildungsstandort auszubauen, wobei schulische Angebote konsequent erweitert und miteinander vernetzt werden müssten. Auch in den Bereichen Digitalisierung, Sozia-ler Wohnungsbau und Ausbau des ÖPNV konnten unter seiner Amtsführung bereits zahlreiche Konzepte umgesetzt werden. Dem deutlich spürbaren Fachkräftemangel möchte er mit dem Bau von Mitarbeiterwohnungen zukünftig verstärkt entgegenwirken. Schlussendlich waren sich die beiden Stefans einig, dass sie bislang gute Arbeit geleistet hätten und für Gemeinde und Landkreis die beste Lösung wären. Jetzt sei es nun wichtig, die Menschen davon zu überzeugen, am 15. März zur Wahl zu gehen.

Dieses Resümee bestätigte auch der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath, indem er beiden Politikern attestierte, »die richtigen Personen mit den richtigen Themen« zu sein. Seiner Ansicht nach stehe die CSU für Seriosität sowie Stabilität. Sie sei »die Partei für alle, hier sollen sich alle gut aufgehoben fühlen, da in der CSU keine Klientelpolitik« gemacht werde.

Abschließend ließen sich die zahlreichen Besucher einschließlich der lokalen Politprominenz – neben Bürgermeister Kolbe und vielen seiner Amtskollegen aus anderen Gemeinden waren auch die Bundestagsabgeordnete Kathrin Staffler, der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath, Landrat Stefan Löwl, der Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands Anton Kreitmair und die Ehren-kreisbäuerin Rosmarie Böswirth vertreten – die köstlichen Fischspezialitäten gut schmecken.