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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 29. February 2020 · 10:43 Uhr
 
 
 

Ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa

Bernd Posselt spricht beim politischen Fischessen der CSU

Politischer Aschermittwoch der CSU mit Redner Bernd Posselt (Mitte) und der Politprominenz aus dem Landkreis. (Foto: ek)

Der CSU Kreisverband Dachau und die Ortsverbände Vierkirchen, Petershausen und Weichs hatten am Aschermittwoch zum politischen Fischessen eingeladen und viele interessierte Bürgerinnen und Bürger füllten den Saal im Sportheim. Gegen die allgemeine Tradition, am Aschermittwoch derbe hau-drauf Reden zu schwingen, stand dieses politische Fischessen ganz im Zeichen der Europawahl und war informativ, sachlich und engagiert.

Thomas Merz, Ortsvorsitzender der CSU Vierkirchen, begrüßte die Gäste und stellte kurz den Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei für die Europawahl, Manfred Weber vor. Der CSU-Politiker aus Niederbayern trat 2007 als JU-Vorsitzender schon einmal beim CSU-Fischessen in Vierkirchen auf, was ein Artikel aus den Dachauer Nachrichten belegte. Dieser Manfred Weber kann nun die Führung der EU übernehmen – ein Amt dass seit 70 Jahren kein Deutscher mehr innehatte. »Wir waren schon Papst, jetzt können wir EU werden«, meinte Merz mit einem Augenzwinkern. Dass dies tatsächlich eine historische Chance ist, darin war man sich einig.

CSU-Politiker und Publizist Bernd Posselt, ausgewiesener Europa-Kenner und überzeugter -verfechter, hielt die Aschermittwochsrede in Vierkirchen. Unter dem Titel »Kultur, Freiheit, Sicherheit – Basis für ein starkes Europa« tauchte er tief in die Geschichte Europas ein und betrachtet sie historisch, kulturell, religiös, menschlich und politisch. Natürlich zeigte er auch auf, dass das europäische Einigungswerk in vielem stecken geblieben und bedroht ist.

In Europa leben heute zirka sieben Prozent der Weltbevölkerung mit sinkender Tendenz. In einer Welt der Großmächte wie USA, China und Russland, mit Staatenführern wie Trump, Putin und Xi würde ein zersplittertes Europa in der Bedeutungslosigkeit versinken und mit ihm vielleicht die einzelnen Nationalstaaten. Darum beschwört Posselt, auch in der anschließenden Diskussionsrunde, dass Europa viel mehr ist als die ewigen Schlagworte wie Feldhamster-Verordnung und Gurkennorm – letztere übrigens von der EU vor zehn Jahren wieder abgeschafft. Man denke an grandiose Errungenschaften wie Reisefreiheit oder den stabilen Euro, an das starke Europa, das vereint Trumps geplanten Strafzöllen oder Großbritanniens Brexit-Chaos entgegentritt. Es lohnt sich für ein Europa als Heimat starker und selbstbewusster Nationalstaaten zu werben und zu kämpfen – darum sollte jeder zur Europawahl am 26. Mai 2019 gehen.

Günter Fuchs, Gemeinderat und ehemaliger Bürgermeister aus Petershausen, dankte Posselt nach großem Beifall der Zuhörer: »Danke, dass Sie uns die Augen geöffnet haben, wofür Europa steht«.

Wer tiefer in das Thema eintauchen will, dem sei das neue Buch von Bern Posselt aus dem Verlag Friedrich Pustet empfohlen: »Bernd Posselt erzählt Europa«.