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Tuesday, 7. July 2020 · 20:14 Uhr
 
 
 

Fünftes Gymnasium kommt nach Röhrmoos

Standort-Klarheit ermöglicht eine rasche Realisierung

Läuft alles nach Plan können Schülerinnen und Schüler 2025/2026 das neue Gymnasium in Röhrmoos besuchen. (Foto: Pixabay)

Der Standort für das fünfte Landkreisgymnasium steht fest. Den grundsätzlichen Bedarf für die zeitnahe Errichtung eines weiteren, fünften Gymnasiums im Landkreis, den der Kreistag in einem Grundsatzbeschluss am 26. Oktober 2018 festgestellt hatte, wurde vom Bayerische Kultusministerium ja bereits im September letzten Jahres anerkannt und in einem Schreiben aktuell nochmals ausdrücklich bestätigt. Die vom Kreistag zugleich mit großer Mehrheit gewünschte zusätzliche strukturpolitische Weichenstellung durch Genehmigung eines Standorts im westlichen Landkreis trägt das Kultusministerium jedoch nicht mit. Eine vom Kreistag im Oktober 2019 geforderte erneute Prüfung des Errichtungsantrags hatte zum Ergebnis, dass der Standort Bergkirchen leider absehbar nicht über ein ausreichend hohes Schülerpotential verfügt. Entsprechend hat Staatsminister Professor Dr. Michael Piazolo dem Landkreis nun mitgeteilt, dass dieser vom Kreistag primär gewünschte Standort nicht genehmigungsfähig ist. Die über den Jahreswechsel von den westlichen Landkreisgemeinden vorgelegten (neuen) Prognosezahlen können in dieser Form nicht direkt berücksichtigt werden, da sie - auch wenn laut Kultusministerium durchaus sinnvoll und wohl realisierbar – auf Bauleitplanungen in den kommenden eineinhalb Jahrzehnten basieren, welche von den gemeindlichen Gremien zum größten Teil noch nicht beschlossen wurden.

Das Ministerium weißt in diesem Zusammenhang außerdem auf ein bisher nicht behandeltes schulstrukturpolitisches Thema des Landkreises hin, wonach aufgrund des Bevölkerungswachstums sowie den G9-Auswirkungen Schulen in Nachbarkommunen ab 2025 nicht mehr aufnahmefähig sein könnten. Dies gilt insbesondere für die Haimhauser Gymnasiasten, welche aktuell in großer Zahl auf das Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim gehen. Die dortigen Kapazitäten werden aufgrund der genannten Entwicklungen in Zukunft vorrangig von den Schülerinnen und Schülern aus dem Landkreis München beansprucht werden. Somit sprechen für den Standort Röhrmoos auch noch zukünftige, bisher nur gering berücksichtigte Schülerpotentiale aus der Gemeinde Haimhausen.

Der Schulausschuss wird über die Entwicklung und das weitere Procedere in seiner nächsten Sitzung am 26. Juni beraten. In den vergangenen Monaten hatte die Landkreisverwaltung parallel für beide Standorte die Vorplanungen gemeinsam mit den jeweiligen Gemeinden vorangetrieben und beispielsweise bereits entsprechende Grundstücke gesichert. Landrat Stefan Löwl und der Röhrmooser Bürgermeister Dieter Kugler werden nun zeitnah die notwendigen Entscheidungen vorbereiten und den zuständigen Gremien auf Kreis- und Gemeindeebene vorlegen. Ziel ist es, das neue Gymnasium im Schuljahr 2025/2026 fertigzustellen.