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Thursday, 4. June 2020 · 15:50 Uhr
 
 
 

Kinderweihnachtsfeier SVD

Ehrungen, Geschenke und großes Lob

Vereinsmeister Marcel Starke (li) mit Florian Hartmann, Rainer Rupprecht und Michael Posch (von li). (Foto: SV Dachau)

Bei der traditionellen Kinderweihnachtsfeier des SV Dachau verteilte diesmal nicht nur der Nikolaus Geschenke. Die lokale Politprominenz sparte nicht mit Lob für die Arbeit des Vereins.

»Die Jugendarbeit in diesem Verein ist hervorragend«, lobte etwa Günter Dietz (CSU) Sportreferent der Stadt Dachau und BLSV-Kreisvorsitzender. Sein Rathauschef, Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD), bezeichnete die Erfolge des SVD als »tolles Aushängeschild für die Stadt Dachau«.

Vereinsintern ist Marcel Starke das in diesem Jahr herausragende Aushängeschild: Der zwölfjährige gewann die Gesamtwertung der Vereinsmeisterschaft - vor seinem Zwillingsbruder Maurice und der zwei Jahre älteren Schwester Elena - eine wahrliche »bären-STARKE« Geschwisterleistung.

Das erste Wort hatte traditionell Vereinsvorsitzender Rainer Rupprecht. Der blickte zuerst zufrieden in den proppenvollen Saal und begrüßte die Vertreter der Lokalpolitik. Wie immer vor einem Wahljahr seien das noch ein bisschen mehr als sonst, so Rupprecht, aber eigentlich handelte es sich um alte Bekannte: Günter Dietz zum Beispiel nahm zum 18. Mal in Serie an der Weihnachtsfeier teil. Mit ihm und OB Hartmann am Ehrentisch nahmen die Stadträte Katja Graßl (CSU), die SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzende Christa Keimerl, Peter Gampenrieder (ÜB), Volker C. Koch (SPD) und Peter Strauch (CSU) mit der Bäderchefin der Stadtwerke Dachau Barbara Kern, Platz.

Rainer Rupprecht meinte »Mal sehen, wer es von Ihnen nächstes Jahr wieder schafft«, was herrlich doppeldeutig war. Wiederwahl ins Amt oder Besuch bei der Weihnachtsfeier? Egal, welche Politiker nächstes Jahr beim SVD auf den Nikolaus warten - Rainer Rupprecht, so deutete er an, wird es dann wohl nicht mehr als Vereinsvorsitzender tun. »Dies ist wahrscheinlich meine letzte Rede als Vorsitzender bei der Weihnachtsfeier.« In seinem Jahresrückblick streifte Rupprecht die großen Erfolge des Vereins lediglich. »Ich soll ja nicht so lange rede«“, meinte er.

Dass es lange dauern kann, wenn es darum geht, SVD-Erfolgen gerecht zu werden, davon können die Organisatoren der Sportlerehrung ein Lied singen: Bei der diesjährigen, der 45. Ausgabe der städtischen Ehrung, kamen 54 der 219 zu ehrenden Sportler aus den SVD-Reihen. »Da können sich andere eine Scheibe abschneiden«, lobte auch Günter Dietz. »Danke, dass es bei euch so gut läuft!«, meinte er auch mit Blick auf das Engagement von Trainern und ehrenamtlichen Helfern.

Zu den Highlights, da waren sich nicht nur Rupprecht und die lobenden Hartmann und Dietz einig, zählten dieses Jahr die deutsche Meisterschaft, die das Youngsterteam der SVD-Aquaballer »Bunnyhunters« bereits zum dritten Mal in Serie gewann, und die Leistungen der Dachauer Mastersschwimmer, die derzeit fünf deutsche Staffelrekorde und durch Violetta Schlesinger auch einen Einzelrekord halten. Die Aquaballer bereiten sich auf die Titelverteidigung vor, die Masters auf ihre Großveranstaltung, den 21. Dachauer Masters-Cup im Februar und die Europameisterschaft in Budapest.

Auch mit der Schwimmjugend ist Rupprecht zufrieden, nicht ganz uneigennützig: »Als ich damals, vor fast 25 Jahren, gefragt wurde, wie lange ich denn als Vorsitzender bleiben möchte, da sagte ich: Ich möchte den SVD zum erfolgreichsten Verein des Schwimmkreises machen.« Das ist ihm gelungen, er hat es schriftlich: Bei den diesjährigen Oberbayerischen Meisterschaften landete der SVD vor den »Top-Vereinen« (Rupprecht) des Schwimmkreises IV Amper/Würm aus Fürstenfeldbruck, Germering und Kaufering, die allesamt bessere Trainingsmöglichkeiten, mehr Schwimmzeiten und Wasserfläche, hätten.

Mit der Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten wird es noch ein bisschen dauern - der Bau des neuen Hallenbades zieht sich. Die undankbare Aufgabe, darüber zu informieren , fällt traditionell OB Hartmann zu. Der berichtete zwei Jahre und 35 Jahre nach dem symbolischen Spatenstich am 3. November 2017, von Fortschritten (»Die Betonarbeiten sind abgeschlossen, die Edelstahlbecken eingebaut. Im neuen Jahr geht es an die Dachkonstruktion.«), wies aber auch auf Probleme hin, die, unter anderem verursacht durch komplexe Ausschreibungsverfahren, nicht nur zu Verzögerungen, sondern auch zur Kostenexplosion geführt hätten.

Auf einen neuen konkreten Öffnungstermin verzichtete OB Hartmann, zu oft hatten sich Prognosen zuvor als haltlos erwiesen, aber: »Ich stehe nach wie vor zu dem neuen Bad«, sagte er. Seine Maxime ist unverändert: »Lieber ein teures neues Bad als ein teuer saniertes altes. Es war richtig, das Bad zu bauen. Und es wird auch fertig werden!«

Natürlich stand aber bei der, wie immer von der Jugendabteilung um die Abteilungsleiter Lisa-Marie Posch und Valentin Kaspar, liebevoll gestalteten Feier der Nachwuchs des SVD im Fokus. Sie sorgten für das Rahmenprogramm - die kleinen Turnkinder (drei bis sechs Jahre) tanzten zum Lied »Wisst ihr, was die Wichtel machen«, die großen Turnkinder (sieben bis neun) legten sich auf ihren Schlitten zum »Bobfahrerlied« von Tim Toupet in die imaginären Kurven - und sie waren bei der Bekanntgabe der Ergebnisse der Vereinsmeisterschaften die Stars.

Als Jahrgangsvereinsmeister wurden geehrt: Marie Grönling, Paul Heinicke (beide Jahrgang 2014), Josephina Kotheder, Julian Frei (beide 2013), Melinda Messerschmidt, Thomas Zwerch (beide 2012), Paula Maier, Felix Krauße (beide 2011), Borka Varga-Bujak, Noah Schmidt (beide 2010), Josefa Gampenrieder, Berk-Gabriel Gündogdu (beide 2009), Leni Heinicke, Arsenijs Ribakovs (beide 2008), Lilly Hüller, Marcel Starke (beide 2006/07), Elena Starke, Joshua Müller (beide 2004/05), Cara Stöteknuel (2002/03), Viviane Kubitschke, Raffaele Schmidt Soletti (2000/01), Lisa-Marie Posch, Felix Kowarik-Strömer (beide Altersklasse 20), Veronika Kaspar, Matthias Gattinger (beide Altersklasse 25), Malina Schmidt (Altersklasse 30), Andrea Lechner (Altersklasse 35), Ina Kotheder, Sven Höfer (beide Altersklasse 40), René Starke (Altersklasse 45), Regina Frischholz, Jochen Heinzinger (beide Altersklasse 50), Christine Resech, Andreas Czernik (beide Altersklasse 55).

Die Familienstaffel, bei der drei Teilnehmer aus zwei Generationen je 50 Meter Brust absolvieren, gewann Familie Kowarik-Strömer (mit Lisa, Felix und Peter) vor den Vorjahressiegern Familie Schmidt-Frischholz (Noah, Malina, Regina) und Familie Heinicke (Henry, Leni, Mark). Die Ehrung des jahrgangsübergreifenden Vereinsmeisters wurde auf den Spitzenplätzen zur reinen Familienangelegenheit. »Jetzt könnt ihr mal sehen, was Dominanz ist«, kündigte Cheftrainer Michael Posch an, bevor er zur Ehrung schritt: Es siegte Marcel Starke mit 3429 Punkten vor seinem Zwillingsbruder Maurice (3112). Nie zuvor hat ein 12-Jähriger diese Wertung gewonnen. Den Familienhattrick machte Elena, die Schwester der Zwillinge, als Dritte (3069) perfekt.

Der neue Triathlon-Abteilungsleiter Béla Varga ehrte gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Sigi Gattinger die Sieger des erstmals im Rahmen der Vereinsmeisterschaften ausgetragenen Schwimm-Dreikampf für die Triathleten (Sieger: Andrea Lechner und Béla Varga) sowie die Vereinsmeister im Triathlon, die im Rahmen des Karlsfelder Triathlon ermittelt worden waren. Hier siegten Anja Stephan und Maximilian Zellner.

Eine überraschende Ehrung gab es zudem für Felix Brandl. Der war schon im September bei der Sportlerehrung des Bezirks Oberbayern als bester Sportler ausgezeichnet worden. Mit dieser Auszeichnung, die er sich als dreifacher Deutscher Aquaball-Meister der Youngsters redlich verdiente, trat er in die Fußstapfen von so renommierten Sportstars wie Magdalena Neuner und Philipp Lahm.

Zum letzten Höhepunkt eines tollen Jahres erhielt Felix vom Verein ein Geschenk. Dann, nach Zwischenspiel der »Schwimmer-Band« (Rupert Habersetzer an der Trompete, Valentin Kaspar am Akkordeon) kam endlich der Nikolaus und verteilte Lob (und ein bisschen Tadel) und vor allem - Geschenke. Das fröhliche Gewusel bestätigte die Worte des Vorsitzenden. Rupprecht sagte: »Der Verein lebt.« Und, ob mit ihm oder nicht: »Er wird auch weiterleben!«