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Thursday, 1. October 2020 · 13:28 Uhr
 
 
 

»Ich sehe einen Silberstreif am Horizont«

Ministerpräsident informiert über Corona-Lage und Erleichterungen

Solche sogenannten Alltagsmasken sollen unbedingt in der Öffentlichkeit, im Nahverkehr und beim Einkaufen getragen werden. Auch eine Maskenpflicht ist möglich, wenn sich zu wenig an die Empfehlung halten. (Foto: Eleonore Clermont)

In ihrer Pressekonferenz zur Corona-Pandemie am Mittwoch, den 15. April sprach Kanzlerin Angela Merkel von einem »zerbrechlichen Zwischenerfolg«. Ministerpräsident Markus Söder informierte am Donnerstagmittag, 16. April, über die Maßnahmen in Bayern, die zurückhaltender sind als in manch anderem Bundesland. »Wir sind stärker betroffen und Sicherheit steht für mich an erster Stelle«, so Söder.

Bestehen bleiben Kontaktbeschränkungen mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern, in der Öffentlichkeit darf man sich im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes aufhalten. Neu ist, dass man sich auch in Bayern mit einer weiteren, nicht im Haushalt lebenden Person, treffen kann.

Alle Großveranstaltungen wie Fußballspiele oder Konzerte sind bis 31. August abgesagt. Söder wird sich mit Münchens Oberbürgermeister Reiter bezüglich des Oktoberfestes abstimmen, beide sind aber sehr skeptisch, dass das heuer stattfindet.

Gottesdienste jedweder Glaubensrichtung bleiben untersagt, hier ist eine Lockerung Anfang Mai geplant.

Gasthäuser, Restaurants, Hotels, Museen, Tierparks, Spiel- und Sportplätze bleiben geschlossen. Mit Blick auf die Gastronomie hofft Söder auf eine Erleichterung Richtung Pfingsten. Weiterhin gelten weltweite Reisewarnungen, auch auf Tagesausflüge müssen die Deutschen verzichten.

Geschäfte werden stufenweise geöffnet

Geschäftsöffnungen werden stufenweise ermöglicht, Voraussetzungen sind aber immer entsprechende Schutz- und Hygienemaßnahmen:

Ab 20. April dürfen in Bayern Baumärkte und Gärtnereien öffnen.

Ab 27. April Geschäfte mit weniger als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche, außerdem Autohäuser, Fahrrad- und Buchhändler unabhängig ihrer Größe.

Friseure und Fußpfleger dürfen unter Einhaltung von Hygienevorschriften ab 4. Mai wieder öffnen.

Schulen öffnen zuerst für Abschlussklassen

Ab 27. April sollen Prüfungsvorbereitungen für Schul- und Berufsabschluss starten. Ab 11. Mai kommen Klassen zurück, die Abschlussprüfungen vor sich haben. Grundschule und Kitas bleiben zu, jedoch wird die Notfallbetreuung massiv ausgebaut.

Weiterhin ein sehr zurückhaltender Kurs wird in Krankenhäusern und Pflegeheimen gefahren. Hier sollen, wie auch in Arztpraxen, verstärkt Serientests durchgeführt werden. Auch die allgemeinen Testkapazitäten sollen weiter erhöht werden.

Schutzmasken sind ein Gebot der Stunde

Ein Gebot der Stunde ist für Söder das Tragen von Schutzmasken. Hier gehe es nicht um den für das medizinische Personal vorbehaltenen Nasen/Mundschutz, sondern um die einfachen Alltagsmasken, die in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen verwendet werden müssen. Noch gibt es keine Maskenpflicht, aber »wenn es nicht anders geht, dann wird es vorgeschrieben«.

»Wir müssen mit der Pandemie leben, solange es keinen Impfstoff und kein Medikament, aber Todesfälle gibt«, so der Ministerpräsident. All das seien Zwischenschritte und am Horizont ist einen Silberstreif zu sehen. »Aber wir müssen vorsichtig agieren und »auf Sicht fahren«, um das Erreichte nicht zu gefährden«, ist Söder überzeugt.

Am 30. April ist das nächste Treffen zwischen Bund und Ländern angesetzt, dann wird über das weitere Vorgehen beraten.