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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 31. March 2020 · 15:51 Uhr
 
 
 

Dachauer Tracht

Erhätlich bei der AWO

Die getragene Tracht (von li) Robert Gasteiger, Alfred Stelzer, Dr. Edgar Forster und Renate Stegman. (Foto: AWO Dachau)

Vor der Arbeiterwohlfahrt in Dachau stellte Robert Gasteiger die Dachauer Tracht in Wort und Bild vor, begleitet von Volksmusik auf der Zither. Gasteiger, Spitzname »Gsodi«, ist der Brauchtumsreferent des Dachauer Stadtrats.

Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts und den gesetzlichen Kleidungsvorschriften entstanden in Bayern eine große Vielfalt von Bauerntrachten. Damals entwickelte sich auch die Dachauer Tracht, die der Unterländer Tracht zuzurechnen ist. In den Landkreisen Dachau, Aichach, Fürstenfeldbruck, Freising und Erding war die Tracht daheim.

Die Männerbekleidung besteht aus einer bunten Samtweste, der Rock geschmückt mit silbernen Münzen, die als Knöpfe dienten. Die lange Lederhose steckt in hohen Faltenstiefeln. Ein schwarzer Hut mit Schmuckstücken vollendet das traditionelle Bild des Dachauer Bauern. Die Frauentracht ist gekennzeichnet durch den schweren Tragmiederrock, getragen mit vielen Unterröcken. Die Mädchen tragen eine weiße Haube, die verheirateten Frauen eine schwarze.

Die Tracht, die von Dr. Edgar Forster, stellvertretender Landrat und der Trachtenschneidermeisterin Renate Stegman aus Obermauerbach vorgeführt wurde, fand bei den Damen der AWO großen Gefallen. Robert Gasteiger zeigte zur Erklärung historische Dias. Die Tracht wäre beinahe Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben, hätte sie nicht die Dachauer Künstlerkolonie in vielen Ölbildern, Holzschnitten und Graphiken immer wieder dargestellt. Heute pflegt der Trachtenverein Ampertaler ihr Aussehen und ihre Verbreitung. Sie findet zunehmend auch junge Träger.