7.99°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 9. April 2020 · 00:19 Uhr
 
 
 

Technik statt Muskeln

Hebegerät für den Fensterbau

Setzt hier auf Fensterelemente von Josko und zeitgemäße Montagetechnik: Franz Höpp (Foto: öxler)

Im Frühjahr hatte ich bereits einen Termin bei den Höpps und sie überließen mir die Wahl, ob ich für meine Berichterstattung lieber Franz Höpp auf einer Baustelle treffen oder seinen Sohn Thomas im Münchner Josko Center besuchen möchte. Eine Weltneuheit des österreichischen Bauelemente-Herstellers (das Josko Maßsystem ONE für Bauelemente; ProfiPorträt 11-2019 – Anm. d. Red.) gab letztlich den Ausschlag für meine Fahrt in den Euro-Industriepark. Obwohl mich die Bilder vom Einsetzen großer Glaselemente mithilfe eines Minikrans, der die Scheiben – angesaugt – mühelos bewegt, schon gereizt hätten. Jetzt habe ich eine zweite Chance bekommen – auf einer der Höpp-Baustellen, erst kürzlich in Altomünster. Kaiserwetter und die Aussicht den neuen Kran, äh… das neue Hebegerät speziell für überdimensionierte Tür- und Fensterelemente live, in Aktion zu sehen, mh… konnte nur ein schöner Tag werden. Und, obwohl ich ja wusste, dass an der angegebenen Adresse ein Einfamilienneubau entsteht, staunte ich nicht schlecht über die Hausform erst mal, die Ausmaße sowie die großflächigen Maueröffnungen. Dort wo jetzt die entsprechend großen Scheiben eingesetzt werden sollen. Dieses Haus, ging mir durch den Kopf, wird nach Fertigstellung das Licht förmlich einsaugen – vom Ausblick ganz zu schweigen… Denn die erhöhte Lage dort ermöglicht es, über die Nachbardächer wegzuschauen. Und hier sind wir bereits bei Franz Höpps erstem Problem an diesem Bau, das für ihn zu lösen galt: die schweren, teils sehr großen Fensterelemente in die Geschosshöhen zu hieven. Sein zweites Problem, keine Frage, ist das Gewicht der großflächigen Scheiben. Und letztlich handelt es sich ja um Glasscheiben, also zerbrechliche Objekte, die millimetergenau und wie mit Glacéhandschuhen in die bereits gesetzten Rahmen eingesetzt werden müssen. Quasi eine präzise Operation, jedes Mal aufs Neue, Fensterelement für Fensterelement. Während einer kurzen Pause habe ich mich mit dem Kranführer unterhalten, der vom Aufnehmen der Fensterscheiben übers An- und Hochheben bis zum Andocken an den jeweils vorgesehenen bereits montierten Rahmen verantwortlich ist. Ein falscher Griff, ein zu schnelles Bewegen, ein irrtümliches Eindrehen – schon käme es zum Versicherungsfall. Er schwitzte, nicht nur der Temperaturen wegen. Verständlich bei dieser Verantwortung einerseits und der Konzentration andererseits. Franz Höpp kam zu uns, zeigte dem Kranführer zwei nach oben gerichtete Daumen: seine schnelle Anerkennung für den bislang fehlerfreien und reibungslosen Einsatz. Mir zugewandt, gestand er, dass die heute gefragten großflächigen Terrassentür- und Fensterelemente ohne diese kleine Hebegeräte, die mehrere Tonnen Last tragen können, kaum mit Muskelkraft zu bewältigen seien. Größe und Gewicht würden der reinen Handarbeit im Montageprozess einen Riegel vorschieben. Er lachte und meinte, nur gut, dass sie hierbei auf ihren neuen technischen »Mitarbeiter« setzen können. Damit meinte er, selbstverständlich, das Vakuum-Hebegerät, das mittels acht Saugtellern und 3D-Motortechnik – versiert bedient – schwere und schwerste Scheiben zum Montagepunkt befördert…