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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 31. July 2021 · 23:49 Uhr
 
 
 

Verkehrsentlastung in der Region

Im Gespräch mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

Landrat Stefan Löwl durfte die neue Ottobahn bereits testen. (Foto: LA Dachau)

In der vergangenen Woche kamen Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler, Landrat Stefan Löwl, Bernhard Seidenath, MdL und der Bürgermeister aus Sulzemoos, Johannes Kneidl, im digitalen Raum zusammen, um mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Möglichkeiten zur Verkehrsentlastung in der Region entlang der Autobahn A8 zu besprechen. Im Fokus stand dabei die Möglichkeit innovativer Verkehrsmittel, die zu einer besseren Vernetzung Münchens mit dem westlichen Münchner Umland führen soll.

Innovation und Digitalisierung sollen dem stark durch den Verkehr belasteten Münchner Umland Entspannung bringen. Auf Initiative des Vorsitzenden der WestAllianz, Bürgermeister Johannes Kneidl, wurde in dem Gespräch mit Bundessminister Scheuer vor allem die Frage diskutiert, wie man solch ein Vorhaben als Leuchtturmprojekt in den Landkreis bringen und realisieren kann. Dabei ging es um innovative Mobilitätsvarianten, wie zum Beispiel die Ottobahn.

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sieht die neue Bahntechnik als eine mögliche Mobilitätsoption. »Urbane Seilbahnen können eine Chance sein, den Verkehr zu entlasten und die Angebote des Öffentlichen Nahverkehrs zu ergänzen«. Aus diesem Grund hat Andreas Scheuer bereits Anfang des Jahres eine Studie in Auftrag gegeben, die »stadt- und verkehrsplanerische Integration urbaner Seilbahnprojekte« erarbeiten soll und einen nationalen Standard für urbane Steilbahnen in Deutschland schafft.

Dabei soll aber nicht nur die klassische Seilbahntechnik in den Blick genommen werden, sondern auch andere innovative Verkehrsträger. »Fakt ist, wir müssen den Verkehr im westlichen Münchner Umland entlasten und die Anbindung an München verbessern. Wir brauchen dazu innovative und klimaschonende Lösungen«, stellte Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler klar.

Im Fokus stand vor allem die Ottobahn, die von einem jungen Start-Up aus München entwickelt wurde. Landrat Stefan Löwl und Bürgermeister Johannes Kneidl, die das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr besuchen konnten, sehen viel Potenzial für eine Umsetzung eines solchen Konzepts im Münchner Westen. »Zur Bewältigung der aktuellen und künftigen Mobilitätsanforderungen brauchen wir dringend flexible, automatisierte zusätzliche Verkehrsträger, welche auf eigenen Trassen oder – wenn aufgrund der vielfältigen Flächenkonkurrenzen irgendwie möglich – in der dritten Dimension, also schwebend oder auf höherliegenden, verkehren. Neben den klassischen Seilbahnen sind dies insbesonder die Ottobahn sowie das Transportsystem Bögl«, erläutert Landrat Stefan Löwl.

»Mich hat das geniale Ottobahn-Konzept überzeugt, weil es in mehrfacher Hinsicht zu einer Lösung unserer Mobilitätsanforderungen beitragen könnte«, so Johannes Kneidl. Der WestAllianz-Vorsitzende berichtete zudem von der Absicht der betroffenen Gemeinden, sich aktiv an einer beschleunigten Umsetzung eines Bahnprojekts entlang der A8 einzubringen.

Auch Bernhard Seidenath sieht in diesem innovativen Konzept eine Perspektive für die Zukunft der Mobilität in der Region und würde ein Pilotprojekt in Dachau sehr unterstützen: »Wir können und müssen Mobilität neu denken. Die Ottobahn arbeitet mit digitaler Steuerungstechnik und verbindet so clever die Welten des individuellen Verkehrs mit einem verlässlichen öffentlichen Angebot. Besonders reizvoll ist, dass auf diese Weise sowohl Personen als auch Güter transportiert werden können. Gerade in unserem verdichteten Ballungsraum können wir die Menschen so sehr entlasten«.

Bereits seit längerer Zeit wird auch über eine Seilbahn zwischen Dachau – Karlsfeld – Moosach diskutiert. Gerade diese Strecke birgt – unabhängig von der notwendigen S-Bahn-Anbindung auf dem DB-Nordring - ein großes Fahrgastpotenzial mit über 10.000 Menschen pro Tag, weshalb auch eine Trambahnverlängerung aktuell geprüft wird. Derzeit gibt es konkrete Untersuchungen durch die Landeshauptstadt München, die verschiedene Verkehrssysteme vergleicht. Ein Ergebnis wird in frühestens zwei Jahren erwartet.