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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 26. January 2021 · 12:35 Uhr
 
 
 

Geltungssucht statt durchdachter Konzepte

Schrodi: »Söder gefährdet mit Schnellschüssen zu FFP2-Masken und Impfpflicht die Zustimmung der Bevölkerung!«

Ab 18. Januar sind FFP2-Masken Pflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen. (Foto: Alexandra Koch/pixabay.com)

Ministerpräsident Söder verordnet ab Montag, den 18. Januar FFP2-Masken für alle Bürgerinnen und Bürger, die im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind oder Einkäufe im Einzelhandel tätigen. Zudem brachte Söder eine Impfpflicht für bestimmte Bevölkerungsgruppen ins Gespräch. Der SPD-Bundestagsabgeordnete für Dachau und Fürstenfeldbruck, Michael Schrodi, kritisiert den Schnellschuss scharf.

Das Tragen von FFP2-Masken ist beim aktuellen Infektionsgeschehen sinnvoll und richtig. Die Infektionszahlen sind immer noch hoch und werden vermutlich weiter ansteigen. Die nahezu täglich neuen und unkoordinierten Ankündigungen des Ministerpräsidenten aber führten zu Unsicherheit und werfe Fragen auf, kritisiert Michael Schrodi: »Wird es nun einen Ansturm auf Drogeriemärkte und Apotheken geben? Haben diese ausreichende Masken gelagert? Wie entwickeln sich die Preise für die nicht wiederverwendbaren FFP2-Masken? Wie wird sichergestellt, dass sich sowohl Bezieher von unteren und mittleren Einkommen als auch von Grundsicherung die Masken leisten können?« Schrodi befürchtet, dass es wie zu Beginn der Pandemie zu Hamsterkäufen kommen könne. »Nicht das Toilettenpapier wird der Renner sein, sondern die verordneten Masken!« Um das zu verhindern, muss die Bayerische Staatsregierung der Bevölkerung kostenlos und unbürokratisch FFP2-Masken zur Verfügung stellen.

Völlig inakzeptabel ist der Alleingang des Ministerpräsidenten beim Thema Impfpflicht. »So schnell wie noch nie in der Geschichte wurde ein Impfstoff entwickelt, geprüft und zugelassen. Die größte Impfkampagne in der Geschichte der Bundesrepublik läuft gerade an. Wir brauchen das Vertrauen der Bevölkerung, damit sich eine möglichst große Zahl der Menschen impfen lässt und wir schnellstmöglich eine Herdenimmunität erreichen. Söders Vorpreschen bewirkt das Gegenteil: Es verunsichert die Menschen und gefährdet unsere Bemühungen um ein zeitnahes Ende der Pandemie«, kritisiert Schrodi.

Die Empörung zum Beschluss des Kabinetts ist auch in den sozialen Medien nicht zu übersehen. Schrodi befürchtet daher, dass Söders Schnellschuss die bisher große Zustimmung zu den Maßnahmen, die die Pandemie erfordert, gefährdet: »Die Geltungssucht des Herrn Söder darf nicht zu Lasten der Pandemiebekämpfung und letztlich der Menschen in Bayern gehen«.