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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 18. September 2020 · 13:28 Uhr
 
 
 

Rettungs- und Zukunftspaket für die Kunst

Eine Milliarde Euro für den »NEUSTART KULTUR«

Die Kulturlandschaft liegt durch die vielen Veranstaltungsabsagen am Boden. (Foto: RyanMcGuire/pixabay)

Michael Schrodi, SPD-Bundestagsabgeordneter: »NEUSTART KULTUR hilft bei pandemiebedingten Investitionen, bei Programmen für digitale Interaktionen, Stärkung der Kulturinfrastruktur und Einnahmeverlusten und Mehrbedarfen«.

Egal ob im Bereich der Musik, Bildenden Kunst und Galerien, der Theater und Kleinkunstbühnen, der Verlagsbranche, der Bibliotheken und Museen, Film und Kino, Rundfunk, Gedenkstätten, Kultureinrichtungen oder Zirkusse – überall waren und sind die Auswirkungen der Coronakrise zum Teil existenzbedrohend für die Akteure und die Veranstalter. Nun hat die Bundesregierung ein Hilfsprogramm von einer Milliarde Euro aufgelegt, NEUSTSTART KULTUR, das sich in vier Teile gliedert: pandemiebedingte Investitionen (bis zu 250 Millionen Euro); Stärkung der Kulturinfrastruktur (bis zu 480 Millionen Euro); alternative, auch digitale Kulturangebote (bis zu 150 Millionen Euro) und Kompensation pandemiebedingter Einnahmeverluste und Mehrbedarfe bei bundesgeförderten Häusern und Projekten (bis zu 100 Millionen Euro). Der durch Werbeeinnahmeverluste betroffene private Hörfunk erhält bis zu 20 Millionen Euro Unterstützung.

Bei der Erarbeitung der Förderrichtlinien wurden auch Bayern und die anderen Bundesländer mit einbezogen. Michael Schrodi, SPD-Bundestagsabgeordneter, wünscht sich, dass die Kulturschaffenden mit der Unterstützung wieder eine Zukunftsperspektive bekommen: »Wir haben zwar schnell und unbürokratisch einiges auf den Weg gebracht um zu helfen, zum Beispiel mit Übernahme von Wohn- und Nebenkosten, mit dem Kinderbonus, der Zahlung eines Notfall-Kinderzuschlags und der ausbleibenden Vermögensverrechnung. Dennoch bleiben sechs Monate nach dem Lockdown die Unsicherheit und Perspektivlosigkeit. Corona hat die Kulturbranche besonders hart getroffen – und von Normalität wird vermutlich noch länger nicht zu reden sein«. Deswegen gehe es nun darum, so Schrodi weiter, Kultureinrichtungen wieder zu öffnen. »Die SPD-Bundestagfraktion setzt sich dafür ein, dass Kultur und Medien ein lebendiger und unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft bleiben. Wir werden die Verwendung der Mittel der Kulturmilliarde genau im Blick behalten und falls notwendig nachsteuern«.

Bis spätestens zum 31. Oktober erwartet die SPD von der Bundesregierung einen ersten Bericht über den aktuellen Stand des Programms und wird dabei auf eine ausgewogene Balance zwischen Stabilisierung der Kulturinfrastruktur und zukunftsgerichteten Anreizen für den Neustart achten.

Verschiedenen Förderprogramme und Informationen zur Beantragung der Mittel finden sich auf der Homepage der Bundesregierung unter www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-kultur-und-medien/neustart-kultur-startet-1767056.