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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 13. July 2020 · 09:13 Uhr
 
 
 

30 Jahre für die Umwelt

Die Wählergruppe Um(welt)denken blickt zurück

Die Wählergruppe Um(welt)denken blickt heuer auf ihr 30-jähriges Bestehen zurück und lädt dazu am Freitag, den 26. Juli ab 18 Uhr alle herzlichst zu einem Musik-Picknick in den Glonnauen ein, mit Swing & Jazz, Live mit »The Funny Valentines«. Speisen, Getränke, Decken, Campingstühle, … und so weiter bitte selbst mitbringen. Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist der 2. August ab 18 Uhr (wird unter www.umweltdenken.de bekannt gegeben).

Seit 30 Jahren setzt sich die Wählergruppe Um(welt)denken für eine ‚grüne‘ Gemeindepolitik ein. Gegründet wurde die Wählergruppe 1989 von Beatrix du Moulin und Georg Weigl. Seit der Kommunalwahl im März 1990 sind die Um(welt)denker mit mindestens zwei Gemeinderäten im Marktgemeinderat vertreten. Zur Zeit mit Paul Böller, Florian Socher und Hans Wessner. Vorrangiges Ziel der Wählergruppe war es von Anfang an, den umweltpolitischen Themen im Indersdorfer Gemeinderat mehr Gewicht zu verleihen, sich aber auch mit allen anderen kommunalpolitischen Themen kritisch auseinander zu setzen.

Die Um(welt)denker treffen sich seit Herbst 1989 regelmäßig meist am ersten Freitag des Monats. Bei diesen Treffen werden die aktuellen kommunalpolitischen Themen aber auch sonstige Vorhaben und Ideen diskutiert und vorbereitet. Die Teilnehmer erfahren mehr über die letzten Beschlüsse im Marktgemeinderat und einige Hintergrundinformationen über die aktuellen Themen in Indersdorf. Für die Gemeinderäte der Um(welt)denker sind die Diskussionen wichtiger Bestandteil zur Meinungsbildung. »Bei manchen Themen ist man unschlüssig, dabei ist die Diskussion in der Gruppe für mich äußerst wichtig«, so Hans Wessner.

Hier werden auch neue Themen und Anregungen zur Verbesserung der Lebensqualität in Indersdorf eingebracht. Daher sind Besucher bei diesen Treffen immer willkommen. Die nächsten Termine kann man unter ‚www.umweltdenken.de‘ im Menüpunkt ‚Aktuelles‘ erfahren. Ziel der Um(welt)denker ist es, bei allen gemeindlichen Vorhaben, nicht nur das einzelne Vorhaben isoliert zu betrachten, sondern auch die Auswirkungen auf die unmittelbar betroffenen Anlieger und die gesamte Gemeinde. Dabei geht es um alle Themen, von einzelnen gemeindlichen Veranstaltungen bis hin zur Ausweisung neuer Baugebiete. Besonderer Augenmerk liegt auf der Schonung von Ressourcen, auf Nachhaltigkeit, auf den Auswirkungen auf die Umwelt mit allen Aspekten wie Luftverschmutzung, klimaschädliche Abgase, Lichtverschmutzung, Lärm, Müll, Verkehr und Energie.

Aber nicht nur ‚grüne‘ Themen sind im Fokus der Wählergruppe. Seit nunmehr 30 Jahren engagieren sie sich für eine Verbesserung der Lebensqualität in der Gemeinde in allen Bereichen. Ein Beispiel sind die Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer. Der laufende Bau von Bordsteinabsenkungen und ein Großteil des Ausbaus der Geh- und Radwege geht auf Anträge der Um(welt)denker zurück. So forderten die im Mai 1990 neu in den Marktgemeinderat gewählten Um(welt)denker in ihrem ersten Antrag den Bau des schienengleichen Bahnübergangs am Bahnhof Markt Indersdorf. Im Jahr 2003 verhinderten sie den drohenden Rückbau des Bahnübergangs. Der jüngste Erfolg dazu ist die Fertigstellung des Geh- und Radwegs entlang der Dachauer Straße in Karpfhofen, der auf einen Antrag der Um(welt)denker im Februar 2011 zurückgeht.

Der Slogan der Um(welt)denker: »Für ein lebenswertes und liebenswertes Markt Indersdorf« Aber nicht immer ist der Einsatz der Um(welt)denker mit Erfolg verbunden. Bei der Sanierung der Kläranlage setzten sich die Um(welt)denker für eine Umlage der Kosten auf die Grundstücks- und Wohnungseigentümer ein. Stattdessen beschloss die Mehrheit im Marktgemeinderat, in einer überraschenden Kehrwendung zu den bisherigen Diskussionen, die Finanzierung unter Aufnahme einer Millionenverschuldung und die langfristige Abbezahlung über erhöhte Abwassergebühren. Damit tragen jetzt die Wohnungsnutzer, also in der Regel die Mieter die Sanierungskosten. Aus Sicht der Um(welt)denker eine ungerechte Verteilung. Diese überraschende Entscheidung des Marktgemeinderats führte im Oktober 2015, nach 25-jähriger Zugehörigkeit, zum Rücktritt des Gründungsmitglieds der Um(welt)denker, Georg Weigl, von seinem Amt als Marktgemeinderat, Der Gemeindehaushalt wird durch diese Verschuldung noch über Jahrzehnte belastet sein. Einige wünschenswerte und sinnvolle Vorhaben werden in Zukunft daher leider an der Finanzierbarkeit scheitern.

Anfangs wurden die Gemeinderäte der Um(welt)denker noch als ‚Paradiesvögel‘ und ‚Wadlbeißer‘ bezeichnet. Heute sind sie fester Bestandteil der Gemeindepolitik. In den letzten 30 Jahren hat sich die Zusammenarbeit im Indersdorfer Marktgemeinderat auch spürbar zum Besseren geändert. So fließen die Anregungen der Um(welt)denker in vielen Bereichen in die Beschlüsse des Marktgemeinderates ein. ‚Grüne‘ Themen werden zunehmend wichtiger. Ein Grund für die Um(welt)denker sich weiter zu Engagieren und sich zur Kommunalwahl im März 2020 wieder zu bewerben.

Weitere Informationen über die Wählergruppe Um(welt)denken können unter ‚www.umweltdenken.de‘ nachgelesen werden. Unter dem Punkt ‚unsere Arbeit im Gemeinderat nachgelesen werden‘ findet man Historien zu den einzelnen Anträgen der Um(welt)denker zum Erhalt und zur Verbesserung der Lebensqualität in Markt Indersdorf.