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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 2. July 2020 · 06:59 Uhr
 
 
 

E-Bike trifft Gießkanne

Stippvisite bei Renate und Martin Rabl

Überzeugen durch ebenso freundliche wie versierte Beratung: Renate und Martin Rabl (Foto: öxler)

Seit exakt 125 Jahren sei das Geschäft jetzt in Händen seiner Familie, erzählte mir Martin Rabl bei meiner Stippvisite am Mittwochmorgen. Bis 2015 am Indersdorfer Marktplatz, fügte er noch an, und jetzt, seit vier Jahren, im Gewerbegebiet Karpfhofen. Sein Großvater Simon Rabl (… war von 1948 bis 1972 1. Bürgermeister in Markt Indersdorf – Anm. d. Red.) habe damals die Dorfschmiede mit angegliedertem Dorfladen übernommen. Viel sei ihm aus dieser Zeit nicht bekannt, nur dass sich aus der ursprünglichen Schmiede der Fahrradhandel samt Reparatur entwickelt hätte. Und bis heute stehe der Name Rabl in Indersdorf einerseits fürs Radl und andererseits für das »Kaufhaus« mit Eisen- und Haushaltswaren, Glas- und Porzellan, Sicherheitstechnik und Schlüsseldienst, Geschenke und Dekorationen rund ums Haus. Ab 1967 hätten dann seine Eltern Berta und Herbert Rabl das Familienunternehmen weitergeführt. Jedenfalls seien die Räumlichkeiten am Marktplatz aus allen Nähten geplatzt und seine Frau Renate und er hätten sich dann zu einem Neubau entschlossen. Vor allem auch, weil sie dem Freizeit- und Sportgerät Radl, in Zeiten höheren Umweltbewusstseins, mehr Raum geben wollten. War es am Marktplatz etwas versteckt im Rückgebäude, präsentiert es sich heute in allen seinen Facetten – Räder für Klein und Groß, Trekking-, City- und Moutainbike – an vorderster Front: Das gläserne Halbrund des Neubaus lenkt Licht und Blicke auf das trendige Fortbewegungsmittel. Apropos Facetten… Bis auf das reine Rennsportrad, so Renate Rabl, würde man bei ihnen alles bekommen, was das Radlerherz begehre – Auswahl, Beratung, Service und Reparatur samt Bekleidung und Zubehör inklusive. Und ja, in der Zeit, in der ich mich bei den Rabls umsehen durfte, drehte sich alles darum. Ein Besucher, glaube ich, ist schnurstracks in den ersten Stock zu den Haushaltswaren. Alle anderen äußerten Wünsche zu ihrem Bike… holten ein neues ab… ließen sich an ihrem etwas verändern… Der jüngsten Kundin, nur mal beispielsweise, verstellte Martin Rabl auf Wunsch der Mutter den Lenker, etwas höher, und demontierte die Stützräder… Zeit für mich, eine spezielle Aktion für die Kurierleser zu notieren: Aktuell, solange der Vorrat reicht, erhalten Interessenten beim Kauf eines E-Mountain-Bikes satte 200 Euro Rabatt. Also ich würde nicht lange überlegen, falls bei Ihnen ein Radlkauf ansteht. Und, falls nicht, lohnt sich m. E. dennoch ein Besuch bei Familie Rabl. Gut, Sie können sich auf ihrer Homepage darüber informieren, was unter dem Dach »Rabl« alles zusammengefasst ist und angeboten wird. Ausschließlich Markenware von A bis Z, in sämtlichen Abteilungen, ist eh klar. Aber das Shopping-Feeling, das Endecken, nein, das werden Sie nur »live« haben. Und auch die herzliche Atmosphäre sowie das zuvorkommende fünfköpfige Mitarbeiter-Teams im Verkauf und in der Radlwerkstatt gibt’s virtuell halt nicht. Kann ich nur empfehlen… Machen Sie dann aber bitte nicht mich dafür verantwortlich, wenn Sie eigentlich nur, sagen wir mal, ne Gießkanne kaufen wollten, dann aber mit nem nigelnagelneuen E-Bike den Rabl-Palast verlassen! Wie? Passiert Ihnen nicht so was, meinen Sie? Gut, das gewählte Beispiel ist vielleicht etwas extrem, doch so ähnlich hat es meine Frau vor Jahren erlebt: Auf der Suche nach Ersatzdichtungen für unsere italienischen Espressokannen – Sie wissen schon, diese aus Aluminium für die Kaffeezubereitung auf dem Kochherd – ist sie auf Empfehlung bei den Rabls gelandet. Sie ahnen es schon, nicht nur, dass sie diese speziellen Dichtungsgummis erhalten hat, in allen von ihr gewünschten Größen, nein, meine Frau kam zudem mit einer Auswahl an Gartengeräten nach Hause. War nicht geplant, geschweige denn besprochen, aber ich hatte dann keine Ausrede mehr und musste ran… ans Unkraut.